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Auf den Spuren der Wikinger durch Dänemark

Turistic Denmark · 28.07.2026

Von etwa 800 bis 1050 hinterließen die Wikinger ihre unauslöschlichen Spuren in Nordeuropa. Dänemark war das Herz dieser Welt — Heimat von Königen, Seefahrern, Handwerkern und Händlern, deren Langschiffe von Nordamerika bis Konstantinopel reichten. Heute kann man ihren Spuren durch das ganze Land folgen, von rekonstruierten Schiffen bis zu Runensteinen, die auf der UNESCO-Welterbeliste stehen.

Roskilde — die Schiffe und die Stadt der Könige

Am Ufer des Roskilde-Fjords steht das Wikingerschiffsmuseum (Vikingeskibsmuseet), eine der wichtigsten Wikingerstätten Dänemarks. 1962 gruben Archäologen fünf Wikingerschiffe aus, die um das Jahr 1070 absichtlich versenkt worden waren, um die Fahrrinne zu blockieren und die Stadt vor feindlichen Angriffen zu schützen. Die sogenannten Skuldelev-Schiffe reichen von einem mächtigen Kriegsschiff bis zu einer Handels-Knarr und einem Fischerboot.

Das Museum ist nicht nur eine Ausstellung, sondern eine lebendige Werkstatt, in der Bootsbauer die Schiffe mit Techniken der damaligen Zeit rekonstruieren und auf dem Fjord segeln. Roskilde beherbergt auch den Dom zu Roskilde, 1995 in die UNESCO-Welterbeliste aufgenommen. Die backsteingotische Kathedrale ist seit dem Mittelalter die Grabkirche dänischer Könige und Königinnen und birgt etwa 40 königliche Gräber.

Jelling — Dänemarks Geburtsurkunde

Nirgends ist das Wikingererbe greifbarer als in Jelling in Ostjütland, 1994 in die UNESCO-Welterbeliste aufgenommen. Hier ließ König Harald Blauzahn um das Jahr 965 zwei mächtige Runensteine errichten. Der große Jelling-Stein trägt eine Inschrift, die oft "Dänemarks Taufschein" genannt wird: Harald erklärte, er habe Dänemark und Norwegen vereint und "die Dänen zu Christen gemacht".

Die Stätte umfasst zwei riesige Grabhügel, eine Schiffssetzung und die Überreste einer Holzkirche. Der ältere, kleinere Runenstein wurde von Haralds Vater, König Gorm dem Alten, zum Gedenken an Königin Thyra errichtet — die älteste bekannte Erwähnung des Namens "Dänemark" auf dänischem Boden. Jelling markiert den Übergang vom Heidentum zum Christentum und die Geburt der dänischen Nation.

Ribe — Skandinaviens älteste Stadt

Ribe im südwestlichen Jütland wurde um das Jahr 700 gegründet und gilt als älteste Stadt Skandinaviens. Schon in der Wikingerzeit war Ribe ein blühendes Handelszentrum, in dem sich Kaufleute aus ganz Nordeuropa trafen. Im Ribe VikingeCenter wird das Leben auf einem Markt der Wikingerzeit nachgebildet, mit Handwerkern, Nutztieren, Kampfvorführungen und rekonstruierten Häusern. Die gepflasterten Gassen und das mittelalterliche Stadtbild machen Ribe zu einem lebendigen Geschichtsbuch.

Die Ringburgen: Trelleborg und Fyrkat

Zu den beeindruckendsten Bauwerken der Wikingerzeit zählen die geometrisch perfekten Ringburgen, um das Jahr 980 unter Harald Blauzahn errichtet. Trelleborg bei Slagelse auf Seeland ist die am besten erhaltene — ein kreisrunder Wall mit vier Toren an den Himmelsrichtungen und Langhäusern in präzisen Quadranten. Fyrkat bei Hobro in Jütland folgt demselben Muster. Diese Burgen zeugen von einer starken Königsmacht, die große Bauprojekte organisieren konnte, und von einer disziplinierten Gesellschaft.

Lindholm Høje — die Stadt der Toten

Bei Aalborg in Nordjütland liegt Lindholm Høje, eines der größten Gräberfelder Skandinaviens aus der Eisen- und Wikingerzeit. Hier finden sich fast 700 Gräber, viele mit Steinen in Schiffsform markiert — die sogenannten Schiffssetzungen. Das Gräberfeld wurde unter einer Schicht Flugsand bewahrt und bietet einen seltenen Einblick in das Verhältnis der Wikinger zum Tod und zum Jenseits.

Das Nationalmuseum und das Erbe

Um die ganze Geschichte zusammenzuführen, sollte jeder Besucher ins Nationalmuseum (Nationalmuseet) in Kopenhagen gehen. Hier wird Dänemarks größte Sammlung von Wikingerschätzen aufbewahrt: Silberschmuck, Waffen, Runensteine, Goldhörner und Objekte aus der ganzen bekannten Welt, mit der die Wikinger Handel trieben. Das Museum erzählt die Geschichte eines Volkes, das weit mehr war als Krieger — sie waren Entdecker, Dichter, Handwerker und Staatengründer. Ihre Mythen von Odin, Thor und Walhalla leben in Sprache, Ortsnamen und Erzählungen auf der ganzen Welt weiter.

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