Dänemark besteht aus einer Halbinsel und über 400 Inseln, von denen etwa 70 bewohnt sind. Im Herzen dieses Reiches liegt Fünen (Fyn) — die drittgrößte Insel des Landes, oft "der Garten Dänemarks" genannt, wegen ihrer sanft gewellten, fruchtbaren Landschaft mit Herrenhäusern, Obstplantagen und gemütlichen Dörfern. Rund um Fünen erstreckt sich eines der schönsten Inselmeere Europas, verbunden durch einige der beeindruckendsten Brücken der Welt.
Odense — die Stadt von Hans Christian Andersen
Fünens Hauptstadt, Odense, ist eine der ältesten Städte Dänemarks und Geburtsort des größten Märchendichters der Weltliteratur, Hans Christian Andersen (1805–1875). Hier schrieb er sich mit Märchen wie "Die kleine Meerjungfrau", "Das hässliche Entlein" und "Des Kaisers neue Kleider" in die Geschichte ein, übersetzt in mehr als 160 Sprachen.
Das moderne Hans-Christian-Andersen-Haus, entworfen vom japanischen Architekten Kengo Kuma und 2021 eröffnet, führt die Besucher in das Märchenuniversum des Dichters. In der Nähe liegt Den Fynske Landsby (das Fünische Dorf), ein Freilichtmuseum, in dem alte Fachwerkhäuser, Werkstätten und Höfe zusammengetragen wurden, um das Landleben des 19. Jahrhunderts nachzubilden.
Schloss Egeskov — Europas schönste Wasserburg
Mitten auf Fünen erhebt sich Schloss Egeskov direkt aus einem See. 1554 erbaut, ist es eine der am besten erhaltenen Renaissance-Wasserburgen Europas. Der Sage nach erforderte der Bau einen ganzen Wald von Eichen — daher der Name Egeskov ("Eichenwald"). Heute ist das Schloss von prächtigen Gärten, Labyrinthen, Oldtimer-Sammlungen und Spielplätzen umgeben und zählt zu den meistbesuchten Attraktionen Fünens.
Faaborg, Svendborg und das südfünische Inselmeer
Südfünen ist für seine charmanten Hafenstädte bekannt. Faaborg mit seinen gepflasterten Gassen und Fachwerkhäusern ist das Tor zum Inselmeer, während Svendborg eine lebhafte Seefahrerstadt und Ausgangspunkt für Fähren zu den vielen Inseln ist. Das Südfünische Inselmeer ist eine einzigartige Küstenlandschaft aus kleinen Inseln, Holmen und flachen Gewässern — ein Paradies für Segler, Kajakfahrer und Naturliebhaber.
Ærø — die malerische Perle
Unter den Inseln des Inselmeers strahlt Ærø am hellsten. Die Stadt Ærøskøbing ist eine der am besten erhaltenen Marktstädte Dänemarks, mit gepflasterten Gassen, bunten Fachwerkhäusern und alten Schifferhäusern aus der Blütezeit der Segelschiffe. An der Küste stehen die berühmten Badehäuschen von Ærø — kleine, farbenfrohe Strandhütten in Pastelltönen, die zu einem ikonischen Bild des dänischen Sommers geworden sind. Die Nachbarinseln Tåsinge und Langeland bieten Herrenhäuser, Badestrände und ruhige Radwege durch die offene Landschaft.
Die Brücken, die das Land verbinden
Die dänischen Inseln sind durch Meisterwerke der Ingenieurskunst verbunden. Die Großer-Belt-Verbindung (Storebælt), 1998 eingeweiht, verbindet Fünen mit Seeland. Ihre Hängebrücke, die Ostbrücke, hat eine freie Spannweite von 1.624 Metern und war bei ihrer Eröffnung die zweitlängste Hängebrücke der Welt — sie zählt noch immer zu den längsten weltweit. Die Kleiner-Belt-Brücken (Lillebælt) verbinden Fünen mit Jütland: die alte Brücke von 1935 und die neue Autobahnbrücke von 1970. Zusammen machen sie die Inseln zu einem nahtlosen Teil des Landes, während Fähren und Fahrradfähren weiterhin die kleineren Inseln verbinden — eine Reise, die selbst ein Erlebnis ist.
Rad- und Segelerlebnisse
Fünen und sein Inselmeer sind für langsames Reisen geschaffen. Der Wanderweg Øhavsstien und die ruhigen Landstraßen führen an Obstplantagen, Stränden und kleinen Häfen vorbei. Im Sommer wimmelt es auf dem Wasser von Segelbooten, und die Fährüberfahrten zwischen den Inseln geben der Reise einen besonderen Rhythmus. Hier geht es im Urlaub nicht um Eile, sondern um den Genuss des dänischen Insellebens — das Meer, das Licht und die echte Hygge.