Willkommen in Kopenhagen
Kopenhagen ist mehr als Dänemarks Hauptstadt — es ist das pulsierende Herz des Nordens. Im 12. Jahrhundert von Bischof Absalon gegründet, verbindet die Stadt heute königliche Geschichte mit einer der entspanntesten Großstadtkulturen der Welt. Ministerpräsidenten radeln zur Arbeit, Kanäle glitzern zwischen alten Speichern, und das Wort Hygge ist keine Touristenmasche, sondern eine Lebensart. Auf wenigen Quadratkilometern finden Sie mittelalterliche Türme, Design von Weltrang, Sterne-Restaurants und Hafenbäder, in denen Einheimische das ganze Jahr über schwimmen.
Ob Sie ein Wochenende oder eine Woche haben — Kopenhagen erkundet man am besten zu Fuß und mit dem Rad. Die Stadt ist flach, kompakt und für Menschen gebaut. Dieser Führer nimmt Sie mit zu den wichtigsten Sehenswürdigkeiten und erklärt, warum sich jede lohnt.
Nyhavn — das bunte Gesicht der Stadt
Keine andere Straße verkörpert Kopenhagen so sehr wie der Nyhavn. Dieser alte Handelshafen, in den 1670er Jahren angelegt, wird von schmalen Giebelhäusern in Senfgelb, Rot, Blau und Orange gesäumt. Einst war es das Viertel der Seeleute, voller Kneipen und Tätowierstuben; der Märchendichter Hans Christian Andersen wohnte hier mehrfach, unter anderem in der Nummer 20, wo er seine ersten Märchen schrieb.
Heute liegen Holzschiffe am Kai vertäut, und die Cafés breiten sich über den Gehweg aus. Essen ist teuer, doch mit einem Bier in der Sonne zu sitzen, ist unübertroffen. Vom äußersten Ende des Nyhavn starten die Kanalboote — die schönste Art, die Stadt vom Wasser aus zu sehen, vorbei am Opernhaus (Operaen), das der Reeder Mærsk McKinney Møller der Nation 2005 schenkte.
Die Kleine Meerjungfrau und die Königsfamilie
Auf einem Stein an der Promenade Langelinie sitzt Dänemarks meistfotografierte Bewohnerin: die Kleine Meerjungfrau. Die Bronzestatue schuf der Bildhauer Edvard Eriksen; sie wurde 1913 enthüllt und ist von Andersens Märchen inspiriert. Mit nur 1,25 Metern Höhe überrascht sie viele durch ihre bescheidene Größe — doch die Melancholie in ihrem Blick ist echt.
Nicht weit entfernt steht Amalienborg, die Residenz der Königin. Die vier Rokoko-Paläste umrahmen einen achteckigen Platz, und täglich um zwölf Uhr marschiert die Königliche Leibgarde mit ihren hohen Bärenfellmützen zur Wachablösung auf. Ist der Monarch zu Hause, spielt die Gardemusik. Hinter dem Schloss erhebt sich die grüne Kuppel der Marmorkirche, eine der größten im Norden.
Der Regierungssitz ist Christiansborg auf der Insel Slotsholmen, Heimat des Folketing (Parlament), des Obersten Gerichts und eines Teils der königlichen Repräsentationsräume — drei Staatsgewalten unter einem Dach, weltweit einzigartig. Der Schlossturm ist der höchste der Stadt, und der Blick von oben ist kostenlos.
Tivoli — der gemütlichste Vergnügungspark der Welt
Mitten im Zentrum, neben dem Rathausplatz, liegt Tivoli. Der Garten eröffnete 1843 und ist der zweitälteste noch betriebene Vergnügungspark der Welt. Gründer Georg Carstensen überzeugte König Christian VIII. mit den Worten: "Wenn das Volk sich vergnügt, denkt es nicht an Politik." Heute ist Tivoli zu gleichen Teilen Fahrgeschäfte, Blumengärten, Konzertbühnen und abendliche Lichterketten. Die Holzachterbahn von 1914 fährt noch immer mit einem Bremser an Bord. Walt Disney besuchte den Park mehrmals, bevor er Disneyland baute — die Inspiration ist unverkennbar.
Türme, Plätze und die freie Stadt
Der Runde Turm (Rundetårn) von 1642 ist Europas ältestes noch funktionierendes Observatorium. Statt Treppen windet sich eine gepflasterte Spiralrampe nach oben — Zar Peter der Große soll bis zur Spitze geritten sein. Der Blick über die roten Ziegeldächer ist der schönste der Stadt.
Vom Turm sind es nur wenige Schritte zur Strøget, einer der längsten autofreien Einkaufsstraßen der Welt, die den Rathausplatz mit dem Kongens Nytorv verbindet. Wer die dänischen Kronjuwelen sehen möchte, findet sie im Schloss Rosenborg, einem Renaissanceschloss aus der Zeit Christians IV., umgeben vom Königsgarten.
Auf der anderen Seite des Hafens liegt Christiania — eine selbsternannte Freistadt, 1971 auf einem ehemaligen Militärgelände gegründet. Mit ihren bemalten Häusern, Werkstätten und ihrer alternativen Lebensweise ist sie ein eigenes Kapitel der dänischen Geschichte.
Fahrräder, Essen und Hygge
Kopenhagen hat mehr Fahrräder als Einwohner, und über die Hälfte aller Pendler ist auf zwei Rädern unterwegs. Leihen Sie ein Rad — das ist die authentischste Art, die Stadt zu erleben. Wenn der Hunger kommt, gehen Sie zu Torvehallerne, zwei Glasmarkthallen voller Stände: frische Austern, Bio-Kaffee und natürlich Smørrebrød, das dänische belegte Roggenbrot mit Hering, Roastbeef oder Krabben.
Und schließlich: Nehmen Sie sich Zeit für Hygge. Zünden Sie eine Kerze an, setzen Sie sich in ein Café, während der Regen am Fenster vorbeizieht, und Sie verstehen, warum die Dänen Jahr für Jahr zu den glücklichsten Menschen der Welt zählen. Kopenhagen belohnt jene, die das Tempo drosseln.